Vier EM-Titel und jede Menge Silber für Bielefeld
Besonders erfolgreich verlief die EM für die Wasserfreunde Bielefeld.
Carla Beckmann (AK 40) zeigte einmal mehr ihre Klasse und sammelte gleich vier Vize-Europameistertitel. Über 800 Meter Freistil schlug sie nach 10:04,82 Minuten als Zweite an. Auch über 200 Meter Freistil fehlten am Ende nur wenige Hundertstel zum Titel: Carla schwamm 2:19,40 Minuten und musste sich damit nur ganz knapp S. Zimmermann (2:19,19) geschlagen geben.
Weitere Silbermedaillen holte Carla über 400 Meter Freistil in 4:57,08 Minuten und über 200 Meter Schmetterling in 2:30,20 Minuten. Über 100 Meter Schmetterling kam sie in 1:10,68 Minuten auf Rang sechs.

Noch erfolgreicher war Vereinskollegin Laura Paduch in der AK 20. Sie durfte gleich dreimal ganz oben auf dem Podest Platz nehmen. Über 800 Meter Freistil siegte Laura in 10:10,48 Minuten, über 400 Meter Lagen in 5:39,63 Minutenund über 400 Meter Freistil in 4:53,82 Minuten. Besonders erfreulich: Sowohl über 800 Meter Freistil als auch über 400 Meter Lagen bedeuteten die Zeiten für Laura gleichzeitig Saisonbestleistungen. Drei Starts, drei Titel – eine starke EM-Bilanz.
Auch Greta Bachmann (AK 20) sorgte für zwei weitere Silbermedaillen. Über 200 Meter Lagen schlug sie nach 2:40,16 Minuten als Zweite an, über 200 Meter Rücken wurde sie in 2:36,80 Minuten ebenfalls Vize-Europameisterin. Über 400 Meter Lagen belegte sie mit 5:40,44 Minuten Rang vier.
Damit brachte allein das Bielefelder Trio drei Europameistertitel und sechs Vize-Europameistertitel mit nach Ostwestfalen.

Auch die weiteren OWL-Starter dabei
Für die Warendorfer SU ging Kimberly Ostermann in der AK 20 an den Start. Über 800 Meter Freistil kam sie in 12:07,38 Minuten auf Rang 19, über 200 Meter Lagen in 3:06,24 Minuten auf Rang 21. Über 400 Meter Freistil belegte sie mit 5:45,72 Minuten Rang 27.
Die SG Oelde war mit Egbert Weinekötter und Rolf Schürmann vertreten. Weinekötter startete in der AK 60 über die drei Bruststrecken und belegte über 100 Meter Brust in 1:43,23 Minuten Rang 22. Über 50 Meter Brust wurde er mit 45,85 Sekunden 29., über 200 Meter Brust erreichte er in 3:45,30 Minuten Rang 15. Rolf Schürmann war in der AK 85 über 50 und 100 Meter Rücken gemeldet, wurde im Protokoll dort allerdings als DNS gelistet.
Für TuS Helpup 1911 ging Stefan Heidschuster in der AK 40 an den Start. Über 50 Meter Brust schwamm er 33,85 Sekunden und belegte damit Rang 16. Über 100 Meter Schmetterling kam er in 1:11,70 Minuten auf Platz 17.
Beschaulicher als bei einer „großen“ EM
Wie unterschiedlich eine Masters-EM im Vergleich zu einer internationalen Meisterschaft der offenen Klasse wirken kann, beschreibt Carla Beckmann aus Bielefelder Sicht ziemlich treffend.
„Ich war bislang zwei Mal erstaunlich schnell unterwegs“, berichtet sie mit einem Augenzwinkern. Gleichzeitig hatte sie den Eindruck, dass das Becken nicht unbedingt zu den schnellsten gehört. Mit einer EM oder WM der offenen Klasse, bei der zuvor die internationale Elite für volle Ränge und jede Menge Trubel sorgt, sei die Veranstaltung kaum zu vergleichen.
Und genau das hatte auch seinen Charme: Weniger Gewusel, mehr Platz und deutlich entspannteres Einschwimmen. Das Freibad platzte nicht aus allen Nähten, und so blieb zwischendurch sogar Zeit, sich mit anderen Schwimmerinnen und Schwimmern auszutauschen.
„Bislang aber dennoch eine tolle Veranstaltung“, lautet deshalb das positive Fazit von Carla.
Sportlich wurde trotz der vergleichsweise beschaulichen Atmosphäre einiges geboten. Neben zahlreichen Championship-Rekorden fielen auch mehrere Europarekorde und Weltrekorde. Für besondere Glanzpunkte sorgten unter anderem Lukas Bucker vom SG Euregio Swim Team, der in der AK 25 über 800 Meter Freistil in 8:24,40 Minuten einen Weltrekord aufstellte. Bei den Frauen schwamm Carla Stampfli (Swim Regio Solothurn, Schweiz) in der AK 40 über 50 Meter Schmetterling mit 27,92 Sekunden ebenfalls Weltrekord. Bei den Männern setzte Ian McKay vom Warrender Bath Club in der AK 70 über 50 Meter Schmetterling mit 29,60 Sekunden eine neue Weltbestmarke.
Auch das deutsche Team präsentierte sich von Beginn an erfolgreich: Nach den ersten beiden Wettkampftagen standen bereits 56 deutsche Medaillen zu Buche. An den Wettkampftagen drei bis fünf kamen weitere 135 Medaillen hinzu.
Erfolgreiche EM für OWL
Für die sieben Schwimmerinnen und Schwimmer aus vier OWL-Vereinen fällt die Bilanz damit ausgesprochen positiv aus. Besonders die Wasserfreunde Bielefeld sorgten mit drei Europameistertiteln und sechs Silbermedaillenfür reichlich Edelmetall.
Aber auch abseits der Medaillenplätze bot Šamorín für die OWL-Masters eine besondere Erfahrung: internationale Wettkampfluft, Rennen gegen starke Konkurrenz aus ganz Europa und eine Masters-EM, die trotz ihrer Größe angenehm entspannt daherkam.
Oder, um es mit Carlas Worten zusammenzufassen: schnell schwimmen, vernünftig einschwimmen und zwischendurch noch Zeit für ein Gespräch haben – auch so kann eine Europameisterschaft aussehen.