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Kalt, nass und ziemlich erfolgreich: Masters-Freiwasser-DM in Gummersbach

Keven Klemm (keven) on 08.09.2026

+++geschrieben von Bettina Beinke+++

Zwei Tage Freiwasser, jede Menge Runden und Temperaturen, bei denen man sich zumindest einreden konnte, dass „20,8 Grad“ eigentlich gar nicht so kalt sind. Bei den 32. Internationalen Deutschen Meisterschaften der Masters im Freiwasser ging es am 5. und 6. September an der Aggertalsperre in Gummersbach ordentlich zur Sache. Gleichzeitig wurden die internationalen offenen Aachen-/Mittelrhein-Freiwassermeisterschaften 2026 ausgetragen.

Gummersbach ist dabei fast schon ein alter Bekannter: Bereits 2021 sprang die Aggertalsperre kurzfristig als Austragungsort ein, nachdem die Veranstaltung von Hamburg verlegt werden musste. 2023 war man erneut zu Gast – und 2026 nun schon zum dritten Mal.

Insgesamt waren 125 Vereine, 248 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 401 Einzelmeldungen und 24 Staffeln am Start. Zum Vergleich: 2025 in Rostock waren es 446 Meldungen und 28 Staffeln.

Geschwommen wurde auf einem 1,25 Kilometer langen Rundkurs. Zwei Runden ergaben 2,5 Kilometer, vier Runden die 5-Kilometer-Distanz. Und das Wasser? Offiziell wurden an den beiden Wettkampftagen 20,8 beziehungsweise 20,3 Grad gemessen. Gefühlt waren es bei einigen Schwimmerinnen und Schwimmern allerdings eher 19 Grad – aber Freiwasserathleten sind schließlich hart im Nehmen.

Aus OWL war mit der TG Ennigloh ein einziger Verein vertreten. Luca Winkelhaus, Inga Lange, Katharina Schoppmann und Bettina Beinke stellten sich den verschiedenen Distanzen – und konnten dabei einige starke Platzierungen einfahren.

 

 

 

2,5 Kilometer

•             AK 50: Bettina Beinke – 38:43,86 min, Platz 1

•             AK 45: Inga Lange – 43:25,98 min, Platz 3

•             AK 40: Katharina Schoppmann – 47:16,25 min, Platz 5

•             AK 20: Luca Winkelhaus – 44:00,22 min, Platz 10

5 Kilometer

•             Bettina Beinke – 1:22:01,28 h, Platz 2

•             Inga Lange – 1:32:32,74 h, Platz 2

•             Luca Winkelhaus – 1:31:40,62 h, Platz 11

 

1,25 Kilometer

•             Katharina Schoppmann – 22:44,27 min, Platz 4

•             Luca Winkelhaus – 21:40,36 min, Platz 5 – zeitgleich mit Saskia Schmidt vom TuS Derschlag

Und genau dieser letzte Lauf hatte es in sich.

Luca hatte über mehrere Rennen hinweg immer wieder dieselbe Schwimmerin mit der Startnummer 17 in ihrer Nähe. Mal war Luca vorne, mal die Andere – eine ziemlich praktische Schwimmgemeinschaft auf Zeit. Besonders zufrieden war Luca mit ihrem 5-Kilometer-Rennen. In einer zunächst sechs Personen starken Gruppe wurde taktisch geschwommen, bis sich das Feld nach und nach auseinanderzog. Luca konnte sich gut positionieren und schlug im Zielkanal schließlich als Erste dieser Gruppe an.

Noch spannender wurde es über die 1,25 Kilometer. Auf den letzten rund 600 Metern lieferte sich Luca mit einer Schwimmerin ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide schlugen praktisch gleichzeitig an – und zunächst wusste niemand, wer tatsächlich vorne lag. Die Auflösung: Beide gehörten zur AK 20 und hatten exakt dieselbe Zeit. Platz 5 für beide. Ein echtes Freiwasser-Novum für Luca.

Auch Bettina Beinke hatte auf den letzten Metern ihrer Rennen noch einige Reserven mobilisieren müssen – oder besser gesagt: mobilisieren dürfen. Über 2,5 Kilometer schwamm sie zunächst scheinbar völlig entspannt dem Ziel entgegen. Vor und neben ihr waren keine Schwimmerinnen zu sehen. Doch rund 200 Meter vor dem Ziel tauchte plötzlich Konkurrenz auf – beziehungsweise zunächst einmal deren Hand an Bettinas Füßen. Die Reaktion war eindeutig: Sprintmodus an! Bettina konnte ihre Position verteidigen und sicherte sich den Sieg in der AK 50. Erst im Ziel wurde ihr bewusst, dass sie offenbar die ganze Zeit einen Pulk von rund zehn Schwimmerinnen angeführt hatte.

Auch über die 5 Kilometer blieb es bis zum Schluss spannend. Bettina fand sich in einer guten Gruppe wieder, die bereits rund 600 Meter vor dem Ziel das Tempo deutlich verschärfte. Sie blieb dran – und musste im Zielkanal erneut alles geben.„All out“ im Masters-Freiwasser? Offenbar nicht nur etwas für die jungen Hüpfer. Bettina fasste das Wochenende passend zusammen: Das Ambiente an der Aggertalsperre war top, das Wasser sei allerdings „auch etwas frisch“ gewesen. Gleichzeitig habe sie sich gut gefühlt und ihre Rennen sehr zufriedenstellend gestalten können.

 

Mit Katharina Schoppmann war außerdem eine Schwimmerin am Start, die kurz zuvor bereits bei der Freiwasser-Europameisterschaft in Šamorín im Einsatz gewesen war und von dort zufrieden zurückgekehrt ist. Auch in Gummersbach zeigte sie mit Platz 5 über 2,5 Kilometer und Platz 4 über 1,25 Kilometer eine tolle Leistung.

 

Überhaupt war das Starterfeld international und hochkarätig besetzt. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern befanden sich mehrere Schwimmerinnen und Schwimmer, die auch bei der EM in Šamorín erfolgreich am Start gewesen waren – darunter beispielsweise Alisa Fatum Böker (AK 30, SSV Leutzsch Leipzig), Helmut Hertelendy (AK 75), Vasileios Tekidis (AK 25) und Claudia Timmermann (AK 20).

 

Sportlich hatte die Veranstaltung einiges zu bieten. Auch rund um den See herrschte eine gute Stimmung, und spätestens wenn nach dem Schwimmen die Sonne herauskam, ließ sich die eine oder andere kalte Minute im Wasser etwas leichter verschmerzen.

Bei der Organisation lief allerdings nicht alles so rund wie im Wasser.

Vor allem am ersten Wettkampftag verschoben sich die Starts deutlich nach hinten. Der Frauenstart über 2,5 Kilometer erfolgte erst knapp eine Stunde später als ursprünglich geplant. Ein Grund waren unter anderem die langen Aufrufe: Statt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechend der jeweiligen Startwellen aufzurufen, wurden alle Schwimmerinnen und Schwimmer gemeinsam aufgerufen. Das führte zu entsprechend langen Wartezeiten am Strand.

Auch am zweiten Tag wurde zwar früher aufgerufen, an den langen Wartezeiten änderte sich jedoch wenig.

Hinzu kamen Probleme bei der Auswertung. Einige Siegerehrungen fanden sehr spät statt oder mussten verschoben werden. So wurde beispielsweise die Siegerehrung der 2,5-Kilometer-Strecke der Frauen nicht mehr am Samstag, sondern erst am Sonntagvormittag durchgeführt. Bei den 1,25 Kilometern entfiel die Siegerehrung am Sonntag sogar vollständig; die Medaillen sollen nachgereicht beziehungsweise bei der Kurzbahn-DM ausgegeben werden.

Auch die zeitgleiche Durchführung der Siegerehrungen über 5 Kilometer und 1,25 Kilometer war unglücklich – schließlich befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch zahlreiche Aktive im Wasser.Unterm Strich bleibt ein Wochenende mit kaltem Wasser, spannenden Rennen, starken Platzierungen und einigen Geschichten, die man so wohl nur im Freiwasser erlebt.

Für die TG Ennigloh gab es mit einem Sieg, zwei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille und mehreren guten Platzierungen ordentlich Grund zur Freude. Und spätestens beim Blick auf die Ergebnisse war dann auch die Wassertemperatur nicht mehr ganz so wichtig.

Oder wie Inga Lange es treffend formulierte: Die 5 Kilometer waren schon kalt – aber das schöne Wetter hinterher hat es entschädigt.

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